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Kann man Weihnachten skippen...?

Kann man Weihnachten skippen...?

...fragt sich Marie

23. Dezember 2017

Hallo ihr Lieben,

ich habe dieses Jahr etwas ganz verrücktes gemacht und mich über Weihnachten nach Mexiko abgesetzt. Als ich von meine Plänen erzählte, sind manchen schier die Augen aus dem Kopf gefallen. "Waaaaaaas? Über Weihnachten??? Nicht bei der Familie??? Ist deine Mom nicht traurig??" Die meisten konnten es kaum glauben, dass ich mit den Traditionen breche und Heiligabend lieber unter Palmen als im vertrauten Familiennest verbringe.

Nach einigen intensiveren Gesprächen mit Freunden, in denen ich mich nach deren Familienweihnachtstraditionen erkundigte, kam allerdings schnell raus, dass viele dem Weihnachtsfest mit mulmigen Gefühlen entgegen sehen. Ich hörte von übertriebenen Geschenkeorgien, die bereits den ganzen Dezember über Stress auslösen, überperfektionistischen Müttern, die Schwierigkeiten haben Küchenaufgaben abzugeben und von nervigen Aufeinandertreffen mit den alten Schulfreunden, auf die man eigentlich gar keine Lust hat, weil man sich längst nichts mehr zu sagen hat.

Für mich persönlich ist der Zauber von Weihnachten etwas kaputt gegangen, als sich meine Eltern getrennt haben. Ab da waren wir an Weihnachten irgendwie immer eine Person zu wenig am Tisch. Diese perfekte Familienidylle an Weihnachten vorzugaukeln und alles wie bisher zu machen, nur eben zu viert, statt zu fünft, kam mir immer falsch vor. Ebenfalls die Besuche in der Kirche habe ich irgendwann boykottiert. Nicht, weil ich nicht gläubig bin. Ich bin es sogar sehr und wahrscheinlich mehr als der Rest meiner Familie (dazu mal in einem anderen Artikel mehr), aber mir kam das einfach im wahrsten Sinne des Wortes scheinheilig vor - mit 200 Atheisten, die einmal im Jahr in die Kirche gehen - das Vater Unser zu beten.
Vor einigen Jahren wagte ich einmal den Versuch, Weihnachten umzukrempeln. An Heiligabend bekochte ich meine Familie bei mir. Wir luden eine alleinstehende Freundin von meiner Mom ein und einen Freund von mir, dessen Familie nicht in Deutschland lebte. Dieses Weihnachten ist mir im Gegensatz zu jenen vielen - immer gleichen Heiligabenden - gut in Erinnerung. Ich mochte den Gedanken Menschen mit einzuladen, die an Weihnachten nicht mit ihrer Familie feiern können. Irgendwie konnten wir daraus aber keine Tradition machen...

Bleibt die Frage: wieso sind wir so festgefahren in unseren Riten und Bräuchen? Wäre es nicht toll, wenn jedes Weihnachten anders aussehen würde? Wenn man ein Jahr vom anderen unterscheiden könnte? Haben wir soviel Angst davor, dass etwas nicht schön und festlich wird, dass wir lieber an altem festhalten?

Ganz ehrlich, ich weiß es selber nicht. Vielleicht tröpfeln am Sonntag auch wehmütige Tränen auf meine Guacamole Tacos und ich wünsche mir nichts mehr, als Käsefondue mit meiner Familie. Es ist ein Versuch. Und was ich meinen Freunden gesagt habe: Selbst wenn es ganz schrecklich an Weihnachten wird, dann kann ich es nächstes Jahr sicherlich wieder mehr wertschätzen und freue mich wie ein kleines Kind, wenn meine Mutter die Glocke läutet und wir "Kinder" andächtig in das kerzenbeleuchtete Wohnzimmer schleichen.

Wenn es nach mir geht, würde ich am liebsten mit einer riesigen Tafel Weihnachten feiern. Freunde und Familien kämen zusammen. Jeder würde etwas mitbringen, jeder würde mithelfen. Überall springen kleine Kinder rum. Die machen Weihnachten ja auch irgendwie aus. Diese leuchtenden Augen beim Anblick des Weihnachtsbaums und der Geschenke.
Es ist wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit, bis mir Weihnachten zuhause wieder richtig Spaß macht. Nachwuchs muss ran! Na dann legt mal los, Brüder :)

Fröhliche und hoffentlich entspannte Weihnachten. Ich würde mich freuen von euren Weihnachtstradtionen zu erfahren und vor allem wie ihr diesen Tag im Jahr wahrnehmt.

Alles Liebe,
Marie

Ps: Wie es mir nun wirklich an Weihnachten in Mexiko ergeht erfahrt ihr dann bald aus meinem Reisebericht.

Photo credit © Marie Hochhaus

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